Für die Vorschulkinder der Dissener Kitas machte die "Rollende Waldschule" mit Ulrich Meyer zu Drewer Station am Regenbogen-Kindergarten. Foto: Petra Ropers

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Weitsprung-Champion im Wald Dissener Vorschulkinder besuchten „Rollende Waldschule“

Von Petra Ropers

 

Dissen. Die „Rollende Waldschule“ der Kreisjägerschaft Gütersloh machte für alle Vorschulkinder aus Dissen jetzt Station am Regenbogen-Kindergarten.

Die „Rollende Waldschule“ bringt mit Tierpräparaten, Schautafeln und Tastspielen die Natur nicht nur den Kindern näher. Auf dem Kartoffelmarkt in Borgholzhausen wurde der Anhänger dank des Engagements des dortigen Hegerings am Wochenende auch zu einem Anziehungspunkt für die Erwachsenen. Einen Tag zuvor brachte der Dissener Ulrich Meyer zu Drewer als Vorsitzender des Hegerings Borgholzhausen die Waldschule zum Regenbogen-Kindergarten.

Passend zu ihrer bevorstehenden Waldwoche kamen die Kinder dort jenen Tieren näher, die meist unbemerkt rund um Dissen in Wald und Flur leben. „Vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmt und euer Spiel unterbrecht“, begrüßte Meyer zu Drewer die Vorschulkinder, die als erste Gruppe die Waldschule besuchten. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten sie dem Vorsitzenden des Hegerings, der ihnen anhand der Schautafeln und Präparate lebendig die Tierwelt näher brachte.

Flitzende Papiertüte

„Kinder sollten die Natur kennen“, begründete Meyer zu Drewer das Engagement des Hegerings. „Den Unterschied von Hase und Kaninchen etwa.“ Und der beschränkt sich nicht auf die Länge der Ohren. Die einen leben über der Erde, die anderen haben ihr Zuhause darunter. Erstere werden mit Fell geboren, letztere ohne. Und beide sind Beute für andere Tiere: Auch diesen Aspekt der Natur verhehlte Meyer zu Drewer nicht.

Das kleine Mauswiesel ist selbst ein gewandter Jäger. Um sich – auch gegenüber größeren Beutegreifern – zu tarnen, wechselt es im Winter einfach sein Kleid. Doch immer häufiger bleibt in der kalten Jahreszeit der Schnee aus. Für das Mauswiesel im Winterfell ist das ein echtes Problem: „Dann sieht es aus, als ob eine weiße Papiertüte über die Wiese flitzt“, veranschaulichte Meyer zu Drewer, was zu einem deutlichen Rückgang der Population führt.

Natur erfühlen

Doch für die Kinder blieb es nicht allein bei der Theorie. An Fellproben erfühlten sie den Unterschied zwischen Reh- und Damwild. Staunend hoben sie das schwere Geweih an, das ein Hirsch rund um die Uhr auf seinem Kopf trägt. Sie begutachteten die Schaufel eines Damhirsches und stellten bei Rindenproben ihre Kenntnisse der heimischen Bäume auf die Probe.

Zum Abschluss brachte ein kleines Quiz ihnen noch die bemerkenswerten Leistungen der Tiere näher: Welches der heimischen Wildtiere kann am weitesten springen? Die heitere „Tier-Olympiade“ entschied der Rothirsch ganz klar für sich. Er schafft mit einem einzigen Satz unglaubliche elf Meter. Und das macht ihm kein zweibeiniger Weitspringer nach.